Neuseelands Bauern leben gut ohne Agrarsubventionen
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Neuseelands Bauern leben gut ohne Agrarsubventionen

Wenn in Europa tonnenweise Getreide von den Bauern vernichtet wird, die es selbst hergestellt haben oder Landwirte sich oftmals mehr wie Landschaftsgärtner denn wie Nahrungsmittelhersteller fühlen, dann hat dies oft mit den 41 Milliarden Euro zu tun, die die EU jährlich als Subventionen an europäische Landwirte vergibt. Dazu kommen außerdem noch zahlreiche nationale Subventionsprogramme, mit denen Bauern unterstützt werden. Denn nur die wenigsten von ihnen könnten alleine vom Verkauf ihrer Erzeugnisse profitieren. Die Preise für Lebensmittel im Supermarktregal sowie der Anteil daran, der beim Produzenten übrigbleibt, ist einfach zu gering.

Dies wissend ist es einfach zu verstehen, dass sich viele Landwirte über Direktzahlungen vom Staat freuen, die sie etwa für Naturschutzmaßnahmen bekommen oder sogar für Wiesen, die sie brach liegen lassen oder aber zu bestimmten Zeiten mähen müssen oder auch nur dürfen. Wer mir Landwirten redet, erkennt jedoch schnell, dass sich die meisten lieber auf ihre eigentliche Kompetenz, die Herstellung von Lebensmitteln, konzentrieren würden, sofern die Preise hoch genug wären, damit sie davon alleine leben könnten, um im Gegenzug auf Subventionen zu verzichten.

Was in Europa undenkbar wäre, wurde am anderen Ende der Welt schon vor langer Zeit vollzogen. Der Inselstaat Neuseeland hat Subventionen für den Agrarsektor bereits im Jahr 1984 abgeschafft. Und zwar mit erstaunlichem Ergebnis. Denn viele der Betriebe stehen heute stabiler da als zuvor. Viele Landwirtschaftsbetriebe haben sich verstärkt auf Produkte mit höherer Wertschöpfung konzentriert und produzieren nicht mehr Masse um jeden Preis, nur um Subventionen einzustreichen.

Traditionell gelten die Preise für Lebensmittel im Supermarkt in Neuseeland als besonders hoch. Auch dies scheint mit den nicht vorhandenen Subventionen in Verbindung zu stehen. Der Ware Lebensmittel wird damit allerdings auch ein gerechterer und authentischerer Wert gegeben. Vielleicht weiß die Kundschaft im Supermarkt die Arbeit, die hinter der Herstellung steckt, damit sogar mehr zu schätzen. Im Endeffekt bezahlen europäische und neuseeländische Kunden ohnehin gleich viel für ihre Lebensmittel. Die Neuseeländer direkt, während Europäer einen Teil umlagenfinanziert über ihre Steuern bezahlen und dafür im Supermarktregal vermeintlich billigere Lebensmittel vorfinden.

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