Es braucht eine #NeueScheckbuchdiplomatie
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Es braucht eine #NeueScheckbuchdiplomatie

Wie wir uns in sozialen Netzwerken von virtueller Ohnmacht befreien

Der Grundgedanke von Facebook besteht für mich darin, mit Freunden einfacher in Kontakt zu bleiben, mit ihnen und Familienmitgliedern Fotos und Links zu teilen und auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Außerdem fällt es sehr einfach, den Unternehmen und bekannten Personen zu folgen, die ich bewundere und von denen ich gerne mehr erfahren möchte. Insgesamt kann die Facebook-Timeline daher dazu dienen, eine große Menge positiv aufgeladener Inhalte zu mir zu befördern. Doch hin und wieder trüben schwarze Flecken der Realität die Regenbogenstimmung meiner Timeline. Und anstatt ein weiteres “Gefällt mir” in der Welt zu verteilen, fühle ich mich plötzlich unheimlich ohnmächtig und niedergeschlagen.

Erst vor kurzem ist es wieder passiert. Nichtsahnend stöberte ich durch meine Facebook Wall auf der Suche nach Neuigkeiten aus meinem Freundeskreis und interessanten Infos von Unternehmen und Organisationen, denen ich folge. Doch da war es wieder; die bittere Realität hatte ihren Weg in meine digitale Zuckerwattewelt gefunden. Eine Freundin postete einen Artikel, in dem ein aktueller Skandal rund um einen österreichischen Schweinemastbetrieb thematisiert wurde. Schon das gezeigte Vorschaubild schockierte und man brauchte gar nicht erst den Artikel lesen, um zu erkennen, dass die Tiere litten und unsere Welt nicht so sorgenfrei war, wie sie mir bisher an diesem Morgen bei Facebook vorgegaukelt wurde.

Virtuelle Ohnmacht

Mit einem Schlag wich meine positive Laune einer dumpfen Ohnmacht. Die Kommentare anderer Nutzer unter dem verlinkten Artikel taten ihr Übriges. Alle waren sie schockiert darüber, wie so etwas noch in unserer Welt möglich war, viele verfluchten die Unternehmen und Menschen dahinter, die imstande waren, so etwas zu tun. Ein unschönes Bauchgefühl befiel mich und auch ich dachte kurz, wohl nichts ausrichten zu können.

Doch dann fiel es mir wieder ein: wir müssen einfach nur die Perspektive wechseln. Denn dieses Gefühl der Machtlosigkeit ist lediglich simuliert. Es ist nicht wahr, dass wir ohnmächtig und hilflos gegenüber solchen Dingen sind; nein, vielleicht waren wir sogar die Verursacher. Denn wie in Occupy Super Market beschrieben sind es die Millionen Kaufentscheidungen an der Kasse und Entscheidungen für günstige Preise, die Folgen wie den erwähnten Skandal begünstigen.

Und genauso haben die Millionen Scheckbuchdiplomatinnen und Scheckbuchdiplomaten da draußen auch die Macht, genau das Gegenteil zu bewirken und genau die Welt zu erschaffen, die wir uns wünschen. Ob es nun die Art und Weise ist, wie Fleisch erzeugt wird, wie Fische im Meer gefangen werden, Flächen im Grünland versiegelt und bebaut werden oder Wälder gerodet werden – mit jedem Einkauf geben wir unsere Stimme dafür ab!

Eine neue Perspektive

Es scheint noch ein langer Weg zu sein, um das Bewusstsein dazu zu schärfen. Im ersten Schritt ist es wichtig, die richtige Perspektive einzunehmen. Weg von der Ohnmacht – hin zur Ermächtigung. Wir alle sind Scheckbuchdiplomaten und haben daher die Macht, zu entscheiden, was in den Regalen der Läden steht, in denen wir einkaufen.

Das nächste Mal, wenn ihr in sozialen Netzwerken, auf Webseiten oder anderswo mit Skandalen konfrontiert werdet, bei denen schnell ein Gefühl der Machtlosigkeit entsteht, schafft Bewusstsein. Macht euren Freunden klar, dass sie sehr wohl etwas verändern können – auch wenn es anfangs nur kleine Schritte zu sein scheinen.

 

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